Plattenkritik

SMILE AND BURN – Get Better Get Worse

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 03.02.2017
Datum Review: 29.01.2017
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Not Happy
02. Bye Bye Perfect
03. Good Enough
04. Lie To Me
05. Running On Edges
06. One Step Forward
07. All Be Okay
08. Home
09. Nowhere Near You
10. Suitcase

Band Mitglieder

 

Sören - git, voc
Saschi - git, voc
Philipp - voc
Chris - bass, voc
Wolli - drums

SMILE AND BURN – Get Better Get Worse

 

 

Nach dem 2014 erschienenen „Action Action“, welches ein melodisches Punkrockfest war, legen SMILE AND BURN Anfang Februar den Nachfolger „Get Better Get Worse“ nach. Eines sei vorausgesagt: Das mittlerweile vierte Album ist kein „Action Action 2.0“. Schließlich ist so einiges passiert. Die fünf (Wahl-)Berliner haben sich vom lokalen Geheimtipp zum Festival-Act hochgespielt, waren international unterwegs und tourten unermüdlich als Supportband, unter anderem mit ATLAS LOSING GRIP (r.i.p.), HEISSKALT und den DONOTS.

 

Zusammen mit Produzent Philipp Koch ist ein Album entstanden, welches die Gefühlslage auf Autobahnen ziemlich gut beschreibt. „Get Better Get Worse“ hört sich nach Abreisen geschuldeter Melancholie an. Nach der Hoffnung, bald den nächsten Spielort zu erreichen – oder wenigstens eine Raststätte mit halbwegs gutem Kaffee. Die Songs sind flächiger und schwerer geworden als die in Spielereien getränkten Vorgänger. Daraus entsteht ein brausender Soundkarren, der mit entschiedenen mehrstimmigen Chören angeschoben wird. Refrains wie sie auf den ersten beiden SMILE AND BURN Alben prägend vertreten waren.

 

Glücklicherweise konzentriert sich das Album textlich nicht auf Tourbus-Geschichten oder wasserdurchtränkte Festivalzelte. O.K., Songtitel wie „Nowhere Near You“, „Home“ oder „Suitcase“ deuten auf ein reiselastiges Leben hin. Diese Songs sind jedoch reflektierte Retrospektiven und keineswegs Memoiren über durchzechte Festival-Wochenenden. Es ist ein Album der Auseinandersetzungen: Mit sich selbst, dem sozialen Umfeld sowie mit unerreichten Zielen, verfehlten Erwartungen und Einsicht. Ach ja, und Hoffnung natürlich.

 

„Get Better Get Worse“ fehlen vielleicht Smash-Hits wie sie auf „Action Action“ vertreten sind, dafür ist die Stimmung reifer und aufgeräumter. Der Einfluss von Produzent Koch sticht im Gitarrensound angenehm hervor und live sollten Songs wie „Good Enough“ oder der Opener „Not Happy“ die Zuhörer/innen weiterhin in Bann reißen.

Hier das Video zu besagtem Song:

 

Live sind SMILE AND BURN unter anderem an folgenden Terminen zu sehen:

10 | 03 Leipzig
11 | 03 Jena
13 | 03 München
14 | 03 Nürnberg
15 | 03 Wien (AT)
16 | 03 Innsbruck (AT)
17 | 03 Rorschach (CH)
18 | 03 Stuttgart
20 | 03 Frankfurt
21 | 03 Köln
22 | 03 Dortmund
23 | 03 Hamburg
24 | 03 Hannover
25 | 03 Bremen
26 | 03 Bielefeld
31 | 03 Berlin

 

Autor

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Camilo

Autoren Bio

Musiker, Booker, Sozialwissenschaftler, Fahrradnerd, Redakteur, Punker vom Herzen mit einer Schwäche für Pop, Rap und Indie.