Drei Jahre nach ihrem letzten Album „Feast of Love“ veröffentlichen PITY SEX „White Hot Moon“. Das Cover hat sich kaum verändert. Die darauf zu hörende Musik ist ebenfalls sehr ähnlich. Eine Entwicklung ist dennoch zu spüren. Brennan Greaves und Britty Drake singen bei manchen Liedern in bester Duett-Manier zusammen, oft aber dominiert einer von beiden und der andere ist nur im Hintergrund zu hören. Dementsprechend verändert sich auch die Stimmung mehrmals. Britty, mit ihrer klaren, zarten Stimme, haucht die Songtexte wie ein kühler Sommerwind. Brennan bietet den Gegensatz dazu und stimmt dunkle, tiefe Töne an. Licht und Schatten, schnell und langsam. Das ist das Konzept des Albums. „Bonhomie“ fängt langsam und bedächtig an, nimmt dann aber allmählich Fahrt auf. „Orange and Red“ lädt von Anfang an zum Mittanzen ein. „Dandelion“ besticht wieder durch ruhige und melancholische Töne. „Pin A Star“ reißt den Zuhörer aus der Tiefe in die Höhe. Das Album gleicht einem Frühlingserwachen – passt zu den ersten Tagen in der warmen Sonne und den plötzlichen Temperaturstürzen mit Regen kurz danach. Es ist eine Gefühlsachterbahn, die einen nicht erleichtert durchatmen lässt, einem kaum Ruhe bietet, kein (geistiges) Ausruhen zulässt. Ein nicht aufzuhören scheinendes auf und ab – so wie das Leben sich in der Wirklichkeit zeigt. Das zentrale Thema ist die Liebe. Aber keine fröhliche und unbeschwerte, sondern eine belastende und traurige Liebe. In „Plum“ singt Britty vom Tod einer (ihrer?) Mutter, die Pflaumen so gern hatte. Begleitet werden diese schweren Themen von tiefen Gitarrenklängen und Brennan’s teils metallischer, abwesender, träumerischen, aber gleichzeitig durchdringender Stimme. Nicht immer versteht man alles, nicht immer drängt alles zu einem durch. Das Album lässt viel Raum für Interpretation offen. Es lädt dazu ein, die Gedanken schweifen zu lassen, nachzudenken.